augsburger mediengespräche 2011 u.a. mit @Praetorius & @Phipz

Dabei sein ist alles!? – Chancen und Risiken des Social Web

Von den 9. Augsburgern Mediengesprächen am 15. September 2011 im Rathaus von Augsburg
Livebloggin‘ Tom von der Isar @isartom
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Zur Vorankündigung

Podiumsdiskussion mit
Thomas R. Köhler, IT/TK-Experte, Buchautor „Die Internetfalle“, „Social Media Management“, Geschäftsführer der CE21 – Gesellschaft für Kommunikationsberatung mbH, München/Bonn
Thomas Kreuzer, Staatssekretär im Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus, München
Prof. Dr. Armin Nassehi, Erziehungswissenschaftler, Philosoph und Soziologe, Lehrstuhlinhaber Soziologie an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München
Michael Praetorius, Blogger und Medienberater, Geschäftsführer NOEO GmbH, München
Andreas Rettig, Geschäftsführer FC Augsburg
Philipp Riederle, Geschäftsführer Phipz Media UG, Podcaster „Mein iPhone/iPad und ich“, Burgau

Gleich zu Beginn bin ich erst mal vom Lokalteil Reporter der Augsburger Allgemeinen interviewt worden. Mal sehen ob der Artikel (und Foto) auch online erscheint.

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Prof. Ring

Nach einer längeren Ansprache (seine Letzte, Ende des Monats beendet er sein Amt) von Prof. Ring, kam die Band Voxenstopp aus München.
Sie trällerten leicht beschwingt und in Himmelblau gekleidet ihren Song „Gefällt mir“.
Nach dieser Accapella Einlage kam die Moderatorin des Abends, Sandra Thier, bekannt aus den RTL II News.
Sie leitete das Thema dann mit persönlich praktischen Erfahrungen zur Veränderung des privaten Leben ein. Auch auf Ihrem Sender laufen private Videos von Amateuren die dann in den Nachrichten verwendet werden. Facebook ist nun mal nicht nur in unseren Gesprächen in privater Runde allgegenwärtig, es liefert auch Inhalte. Da wo Korrespondenten nicht sind.

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Phipz

Die erste Frage in die Runde: Kann man sich den Sozialen Netzwerken noch entziehen?
Wer da nicht drin ist, legt sich einen Stein in den Weg, was seine weitere Laufbahn nicht positiv beeinflusst. Da sind sich Thomas R. Köhler und Philipp Riederle einig. Das kommt einer gesellschaftlichen Ausgrenzung gleich.
Das ist ein sozialer Klebstoff, sagt Michael Praetorius. Facebook sei nun mal einfach zu bedienen, bei all dem gleichen Usability und Design. Auch Menschen die sich selbst nicht mit einem PC auskennen, können bei Facebook mitmachen.
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Praetorius

Wie das leistbar ist, dass man mit all seinen 25.000 Fans in Dialog treten soll, versteht Andres Rettig nicht. Er nützt selbst kein Internet, kein Social Media, nicht mal eMail.
Praetorius dazu: Es heisst Facebook, nicht Brandbook. Sie brauchen ein Gesicht, das nach aussen kommuniziert. Auch das Radio wählt sich die schönste Stimme, den gesprächigsten Anrufer aus, um diesen OnAir zu schalten. Genau das kann man auch im Social Web machen.

Richtig eingesetzt, werden dann nämlich die aktivsten und stärksten von der Marke überzeugten aus den Fans den Job des Community Management mit übernehmen.
Wichtig ist inwieweit man sich öffnen kann und will. Unternehmen müssen verstehen, dass sie sich öffnen müssen. Dann muss vorher entschieden werden, welches Gesicht, also Mitarbeiter das leisten können. Sich das draussen bleiben, kann sich heut kein Unternehmen mehr leisten.

Leider kam dann wieder viel Diskussion um Daten und ferne Verschwörungstheorien. Daten werden aggregiert. Ja das ist richtig. Aber soziale Wirtschaft und Märkte können nur mit Daten berechnet werden.
Lieber bekomme ich Werbung die mich interessiert, als viel SPAM. Facebook hat mich noch nie angerufen, der Spiegel Verlag für ein Abo oder ein anderes Unternehmen das meine Abodaten nachweislich von dem vorherig genannten bekam schon.

Es ist eine ganz grosse Herrausforderung für Unternehmen, Institutionen und Anwender, herauszufinden wie man sich mit dem Nutzer/Betreiber Zwiespalt in dieser modernen Onlinewelt umgeht, so Praetorius.
Dabei sein ist alles?! Jeder ist Sender und Empfänger. Es geht um die relevanz eines Netzwerks, nicht um die technischen Möglichkeiten.
Wir dürfen in Deutschland nicht immer (zuerst) Angst haben. So könnten wichtige wirtschaftliche Fortschritte draussen bleiben.

Aber nicht nur immer was aus USA kommt ist gut, auch wir haben hier gute Startups. Die Reichweite ist natürlich in englisch erst mal größer.
Wir brauchen eine andere Innovationskultur in unserem Land.
Michael Praetorius findet, das Land der Erfinder soll weiter bestehen.

Auch Philipp weiss: Im Netz gibt es eine eigene Legislatur, die Relevanz.
Es wird ein Wandel in Unternehmen einstellen müssen, Social Media wird vom Vorbehalt zum Plus für die Einstellung.

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Wie ich immer sag, und da bin ich mit Phipz ganz einer Meinung, die Medienrevolution ist gar keine. Es ist eine gesellschaftliche Veränderung.
Wir brauchen Weiterbildung in Medienkompetenz. In Schulen, in Firmen und auch in Medien.
Es ist einfach eine Digitalisierung von Alltäglichkeiten. Nicht jeder Stammtischspruch ist lebenswichtig. Nutzen wir die stärken dieser Netzwerke für uns.

Ein sehr interessanter Abend. Nicht viel neues für Experten, aber doch Ansätze und Kontroverse Meinungen, die nicht viel Führung durch die Moderatorin Sandra Thier brauchte. Was beiden, Ihr und Veranstaltung zu verdanken ist.
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Bis bald Freunde

Diesen Beitrag wurde auf einem iPad verfasst und über die wordpress App veröffentlicht.

2 Responses to “augsburger mediengespräche 2011 u.a. mit @Praetorius & @Phipz”


  1. 1 Thomas September 24, 2011 um 10:13 am

    Danke fuer den interessanten Beitrag zum Event. Ich bin der oben genannte Autor von „Die Internetfalle“ und als solcher darf ich anmerken: Nein, es ging/geht NICHT um Verschwoerungstheorien, sondern um für jeden einzelnen mögliche unerwünschte Nebenwirkungen der hinterlassenen Datenspuren. Dazu gehört auch die Frage ob man sich in der Blase aus gelenkten Informationen wohlfühlt oder nicht vielleicht irgendwann irgendwas fehlt, wenn man nicht mehr mit anderen Meinungen, Vorstellungen oder Ideen behelligt wird?

    • 2 Tom Siegmund Oktober 5, 2011 um 11:00 am

      Danke. Aber „mögliche“ sind für mich Theorien, das im Vergleich viel zu selten wirklich passiert, als dass es die Vorteile schlecht machen könnte.
      Nur so Formulierungen wie der Titel Ihres Buches ist eine Bild Zeitung Überschrift Sensations Hascherei.

      Das gefallt mir nicht, weil es anders genutzt wird. Gerade wie auch Phipz als Gesprächspartner zeigte! Und er muss es wissen. Was helfen da Theorien und vage Warnungen? Lieber zeigen wie es geht und wie man sich die ganzen vielen tollen Vorteile zu eigen macht.

      Auch ich hab schon meine Einladung zur Wohnungseinweihung offen gepostet.
      Und war die Meute vor der Tür? Nein. Weil keiner meiner Adresse kennt.
      Es ist nur ein Tool. Wie ein Ziegelstein, der mir auf den Kopf fallen kann…


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