Der Morgen im Radio – Zwischen Information und Personality

Live Bloggin‘ vom BLM Forum „Der Morgen im Radio“ am 6. April 2011
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Das BLM-Forum beleuchtet Erfolgsfaktoren von Morgensendungen im Spannungsfeld zwischen Informationsorientierung und Unterhaltungsshow.

Moderator Alexander Zeitelhack ging gleich in die Vollen. Er heizte mehr an als dass er anmoderierte. Genau das richtige für das Publikum. Wir können hier ja alle selber moderieren😉

Das Grußwort hatte Dr. Wolf-Dieter Ring, Präsident der BLM, München.
Dr. Ring zeigte, dass eine gut geschriebene Rede abgelesen sehr amüsant sein kann. Er hatte so Zeit für persönliche und kurze Kommentare, die das Programm kurz andeuteten und ihm Spielraum für eine lockere Einführung ins Thema gab.

Michael Spohrer vom MS Medienburo Köln präsentiert die Ergebnisse einer Studie im Auftrag der BLM aus dem April 2011
Darstellungspräferenzen in der Prime Time von Radioprogrammen

Sehr interessant sowas abzufragen.
Mir persönlich ein wenig zu viel Inhalt in der Keynote. Erschlägt mich irgendwie. Die Studie les ich gern später, aber die Ergebnisse zählen für mich und für die spätere Diskussion. Kam er aber dann zum Schluss noch auf dem letzten Slide, das er auch toller Weise stehen lies.

Bestes Slide aus der FAB 2010 (Funkanalyse Bayern).

Was ist also der Inhalt?
Der Hörer hört zu. Er bewertet die Themenpräsentation sogar mehr rationell als emotionell. Es werden themenadäquate Präsentationen erwartet. Je neutraler präsentiert und aktueller das Thema desto mehr Akzeptanz.

Schöne Frage eines Teilnehmers: Ob denn die Witzigkeit auch noch gefragt sei, bei den Ergebnissen. Was für eine schöne Überleitung zum nächsten Vortrag.
Patrick Lynen, Radioarbeiter wie er sich selbst nennt und Berater
Er sieht sich als „digital immigrant“ (Erklärt das den Anwesenden sehr lustig: „Gibt doch diese neuen Menschen, die digital natives“)

Menschliche Kommunikation ist komplex. Er erklärt kurz an greifbaren und witzigen Beispielen wie das so geht.

Jugendsendern empfiehlt er die Nachrichten nur dann einzubinden wenn sie passieren, auf den Schirm kommen. Für ihn sind Nachrichten reine Hygiene. Das zur vollen Stunde senden, sei nur ein Relikt.

Facebook ist archaisch: Wie früher. Die Leute saßen um das Lagerfeuer rum und erzählten sich Geschichten. Was ist daran heute anders?

Es gibt keine Trennung zwischen Nachricht und Unterhaltung mehr. Interessant oder nicht. 1/0

Schönes Beispiel aus dem Ausland: 102.3 NOW FM, Edmonton
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1023nowradio.com

Kontext. Interaktion. Konflikt.

Nach der Kaffeepause geht es weiter mit der Podiumsdiskussion.

Ergebnis über Längen für Moderation im Programm, das Michael Spohrer noch mitbrachte:
110 Sekunden sind optimal bei einem gebauten Beitrag
56 Sekunden bei Moderation mit Oton

Auf geht’s zur Podiumsdiskussion mit
– Bernd Diestel, stellvertretender Redaktionsleiter Bayern 1, München
– Daniel Lutz, Programmdirektor hitradio.rt1, Augsburg
– Patrick Lynen, Geschäftsführer und Berater Lynen Media GmbH, Frankfurt
– Gerd Penninger, Geschäftsführer Funkhaus Regensburg und Fachgruppensprecher Hörfunk des Verbandes Bayerischer Lokalrundfunk (VBL), Regensburg
– Michael Spohrer, Geschäftsführer MS Medienbüro Köln GmbH & Co.KG
– Mike Thiel, Morgenmoderator Gong 96.3, München
– Valerie Weber, Geschäftsführerin Antenne Bayern, München

Was muss in den Morgen. Wie sieht der bei Euch aus?
Gerd: Morgens passiert ja nix ausser Verkehr.
Valerie: Der soziale Aspekt ist zu Berühren.
Mike: Hält es mit Nutella: Der Morgen macht den Tag. Auf den Tag vorbereiten.
Patrick: Systematik. Eine Marke aufbauen. An was festhalten.
Michael: Publikumsgeschmack bedienen. Jeweils auf den Sender gerichtet.

Kriterien. Nach was entscheidet man Themen?
Valerie: Lokales ist sehr wichtig.
Mike: Die Kunst liegt darin, Themen zu schaffen die über das Regionale hinaus getragen werden. (Nebenkommentar: Wer Moderationen abliest, wird irgendwann ausgetauscht)

Was wie sein soll im Programm, hat Antenne Bayern mehr aus Befragungen als aus der Radioauswertung MA. Dass Familien morgens jetzt mehr kommunizieren, als am Frühstückstisch still Zeitung zu lesen, ist für das Programm bei Valerie Weber ein Problem.

Die ZG 30-59 will informiert werden. Am Morgen haben alle Hörer das gleiche Tätigkeitsschema, aber jeder Sender hat sein eigenes Publikum, so Michael Sporer.

Mike Thiel meint, man muss auch mal schlecht drauf sein dürfen.
Einfach ehrlich sein. Das mit einbauen.
Er hatte mal am Morgen seinen BMW Z3 an eine Leitplanke am Föhringer Ring gesetzt. Da war er schlecht drauf. Auch in der Sendung, die live vom Unfallort stattfand.
Und aus der Leitplanke hat er dann einfach eine Nummer gemacht. Die gehörte ja nun ihm, also lies er sie abmontieren, vor BMW München stellen und versteigerte sie, mit Autogramm und allem was so halt dazu gehört.

Schön war auch das Morgenthema heute bei hitradio.rt1 in Augsburg. Fortan wurde Programmdirektor Daniel Lutz auch mit seiner Hundekacke immer wieder erwähnt.
Die Bürgermeisterin (ich glaub die war es), will Hunde DNA speichern, um die Verbrecher von Hundehaufen später ausfindig zu machen. Das ist natürlich örtlich ein Thema. Aber was spinnt man den nächsten Tag da daraus? Was ist mit dem neuen Politiker von der FDP? Wie bestimmt man das Topthema eigentlich?

Hab mal den Hashtag für Twitter #blmforum erfunden. War sozusagen ein Auftrag. Die suchen hier noch nach einem.

Gut zu hören.

Tom Siegmund – Moderator & Media 2.0

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