Journalismus und Social Media

Hallo zur heutigen Podiumsdiskussion zum Thema Journalismus und Social Media vom BJV im Presseclub München.

BJV - Bayerischer Journalisten-Verband e.V. - Logo und Kopfgrafik

Am Abend des 8. März 2011 berichtete ich sozusagen Live vom Podium.

Soziale Netzwerke wie Facebook, Twitter, Xing oder StudiVZ sind nicht zuletzt wegen Ägypten oder Obama in aller Munde.

Wie das Social web nicht nur als Promotiontool oder Recherchequelle genützt werden kann, sondern dem Journalismus gewinnbringend nützt, zeigt Richard Gutjahr (TV-Moderator, Reporter & Blogger) immer wieder in seinem eigenen Blog. (Wer noch weitere solche Vorreiter des „sozialen Journalismus“ kennt, bitte in die Kommentare)

Freut Euch auf heute Abend und Social Media aus München vom BJV. Wir werden erfahren ob ein moderner Journalist Social Media nutzen muss und auch, von Gefahren die lauern. Hui.

UPDATE 1:

Professor Christoph Neuberger, wollte nach der Allgemeinen Präsentation von Moderatorin Pauline Tillmann (Zahlen über Twitter und Facebook, die Keynote soll es später als Link geben) gleich mal voll ins Thema einsteigen.

Pauline stoppte ihn zum Glück der Anwesenden aufgrund des sehr verschiedenen Wissenstand aber erst mal um nach Meinung von Thomas Mrazek und Bernhard Münkel zu fragen (ebenfalls vom BJV). Beide etwas voreingenommen gegenüber Social Networks. Vor allem dem Thema Datenschutz. Das sei ja total wichtig und schwierig. Warum sagte er nicht. Mir kocht schon mal, von den Vorurteilen und dem Halbwissen, die Galle im Bauch. Erst mal Warnen, den Zeigefinger hoch halten, weil das mag der Deutsche.

Aber der User, nicht Journalist oder Social Media Experte, hat zwar noch weniger Einsicht in das ganze Gebiet als die hier Anwesenden, aber er hätte nicht so viel Angst, diese schüren nämlich meist erst die Medien.

Dirk von Gehlen, Redaktionsleiter von jetzt.de – „die junge Website der Süddeutschen Zeitung“:

Er spricht einen Grundlegenden Wandel an. Hier verändert sich grundsätzlich etwas. Wie Medien genutzt werden, verändert sich. Die Frage ist: Wie reagieren wir Journalisten auf die Veränderung? Nutzen wir die Vorteile oder sind wir bockig? Seit wir diese Geräte (er hält ein iPhone in schwarzer Ledertasche hoch) haben, wandelt sich das Nutzerverhalten.

–          Die Todesanzeige von damals ist heute ist die Statusmeldung auf Facebook und Twitter.

–          Reines Publizieren ist Kommunikation.

–          In das Baumhaus kommt jeder rein. Sie müssen kein Social Media Seminar für 1500.- Euro buchen.

Moderation der Communities wird immer wichtiger werden. Vor allem Journalisten sollen auch als Community Manager arbeiten, meint Dirk.

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UPDATE 2:

Christoph Neuberger:

Wir preisen hier einen neuen Journalismus an.

Was man eh schon zu erledigen hat, muss man nun auch noch Twittern und auf der Facebook Fanpage posten.

Aus den Redaktion kommt darum immer wieder, woher sie denn die Zeit nehmen sollen.

Es gibt die Redaktionsleistung, die Moderierende Leistung und eine Hinweisende Leistung (’schau mal, hier steht was interessantes‘, siehe auch Empfehlungsmarketing auf Facebook)

UPDATE 3:

Von Gehlen: „Wir leben in einer Welt ’search vs social‘. Noch suchen wir Nachrichten/Inhalte, bald werden sie uns nur noch empfehlen.“

Eine sehr steile These kam aus dem Publikum: „Qualitätsjournalismus kann nur von Qualitätsjournalisten stammen“. Die gleiche Dame sehe die Inhalte in einem von Ihr gelesenen Blog von Stefan  Niggemeier, stehe ja viel Quatsch drin.

Darauf Dirk von Gehlen: Generalsekretärin der ARD, Verena Wiedemann, gab Ihre Stellungnahme zur Debatte über die verstörenden Äußerungen der WDR-Intendantin und neuen ARD-Vorsitzenden Monika Piel direkt in seinem Blog. Das zum Thema, wie wichtig, respektiert oder angesehen so ein Blog sein kann.

UPDATE 4:

Zitate von Dirk (auf Twitter zu finden @dvg) und Tweets zum Podium (über die Twittersuche über den Hashtag #jsm):

Der Wandel des Journalismus: Verlust des alleinigen Gatekeeper-Status, neue Anschlussöffentlichkeit, verstärkte Navigatoren-Rolle

„Es geht im Journalismus künftig weniger ums Schreiben als ums Community Management und das Selektieren der Informationsflut“

„Diejenigen die SoMe-Vorträge halten haben kein Geheimwissen, sie beschäftigen sich einfach intensiv mit sozialen Netzwerken“

„In fünf Jahren wird es nur noch soziale Medien geben“

„Wenn Journalismus die Treue der Leser steigern will, muss er offener und transparenter werden“

Die meisten zögern mit dem Bloggen anzufangen, weil sie ihre mangelnde Relevanz fürchten, statt über ihren Schatten zu springen.

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Jungjournalisten fehle es an Social Media – Experimentierfreude. Das merkte man leider an dem doch überwiegend kritischen Publikum. Das wundert mich, haben sie hier eine gute Möglichkeit gehabt, sich zu öffnen und etwas zu lernen. Denn Dirk von Gehlen hat sehr unterhaltsam zu vielem Stellung genommen und gezeigt wie spannend er dieses Feld findet.

Das ist es wahrlich. Hoffe viele Journalisten lernen bald, dass Social Media, das Web, all die sozialen Netzwerke helfen können. Denn der Leser will nur mitmachen, will nur ernst genommen werden. Wer das versteht, wer mal ohne den Angstfaktor mitdiskutiert, der wird morgen auch noch auf dem Markt sein.

Treiben wir es voran. Das möchte auch Dirk. Toll, oder?

Ich freu mich auf Eure Kommentare und Fragen.

2 Responses to “Journalismus und Social Media”


  1. 1 Thomas Mrazek März 9, 2011 um 6:49 am

    Du schreibst:
    „Pauline stoppte ihn zum Glück der Anwesenden aufgrund des sehr verschiedenen Wissenstand aber erst mal um nach Meinung von Thomas Mrazek und Bernhard Münkel zu fragen (ebenfalls vom BJV). Beide etwas voreingenommen gegenüber Social Networks. Vor allem dem Thema Datenschutz. Das sei ja total wichtig und schwierig. Warum sagte er nicht. Mir kocht schon mal, von den Vorurteilen und dem Halbwissen, die Galle im Bauch. Erst mal Warnen, den Zeigefinger hoch halten, weil das mag der Deutsche.“

    Zum einen meine ich zumindest für meine Person und Funktion in Anspruch nehmen zu können, dass ich nicht gegenüber Social Networks „voreingenommen“ bin. Ich habe schließlich auch gesagt, dass ich Twitter und Facebook als wunderbare Werkzeuge für meine, für unsere journalistische Arbeit betrachte. Dass das nicht nur so dahergesagt ist, kann man mitunter auch an verschiedenen Stellen im Netz nachvollziehen. Ja, und der Datenschutz bereitet mir letztendlich bei dem Ganzen dann eben doch Bauchweh.

    Wenn Du das Web erklären und Medienkompetenz willst, solltest Du schon etwas ausgewogener dabei vorgehen.

    • 2 isartom März 10, 2011 um 10:32 am

      Hallo Thomas, danke für Deine Antwort.

      Was ist denn Datenschutz? Bzw. welche Daten willst Du denn geschützt haben?
      Für mich sind Daten Allgemeingut.
      Jeder Mensch ist selbst verantwortlich, für das was er ins Netz stellt. Es kann ja nicht die Aufgabe von z.B. Facebook sein, mich vor Dummheit zu schützen.

      Dumm ist der, der Dummes tut. Wenn ich meine Daten ins Netz Stelle, ist das meine Handlung.
      Auch Unwissenheit schützt vor Strafe nicht. Ja das ist schon manchmal doof, aber ist nun mal so. Ich kann ja bei einem Mobilfunk Händler im Laden auch nicht sagen: Hey, warum hast Du mir nicht gesagt, dass es bei einem anderen Händler günstiger ist. Oder mich aufrege, dass meine Anrufdaten 6 Wochen lang gespeichert werden, und ich widersprechen muss, falls ich da nicht will. Nur weil ich mich nicht informiert hab.

      Toll dass Du Social Media als Vorteil für journalistische Arbeit siehst.
      Dennoch hast Du immer noch nicht erklärt, was dir beim Datenschutz jetzt genau Bauchweh macht?!
      Ich kann es nicht ausstehen, wenn jemand los schreit, so dass die Allgemeinheit Angst oder Vorbehalte kommt, anstatt zu erklären woran es liegt (:an den Menschen selbst) und wie man es besser machen kann (vor allem die Leute selbst, weil man muss aktuell ansetzen, bringt ja nix ewig zu Weinen, dass Facebook so unsicher und schlecht sei).

      Du hast als Journalist oder Experte die Aufgabe Dinge aufzuzeigen, ja. Aber auf der anderen Seite sollst du Informieren, mir als Leser helfen, einen Mehrwert bieten.
      Das hatte mich an der Aussage von Dir vor Ort aufgeregt.

      Schön dass Du mit mir hier in die Diskussion gehst, da Du ja früher weg musstest😉


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